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| Vom Schulhaus zur Gemeindeverwaltung |
Nach der Erbauung des neuen Schulhauses Kilchbühl und dem Vereinigungsbeschluss der Gemeinden Biel und Benken im Jahre 1970 beschloss die Gemeindeversammlung beider Gemeinden am 29. Oktober 1971, nach längeren Auseinandersetzungen, die Einrichtung der neuen Gemeindeverwaltung im leerstehenden, alten Gebäude. Das neue Raumprogramm konnte auch nach funktionellen Gesichtspunkten ins vorhandene Gesamtvolumen eingeführt werden. Es sollte der Gemeinde bis zu einer Grösse von etwa 5000 Einwohnern dienen.
Die infolge des prekären inneren Bauzustandes und wegen Grundwasserproblemen notwendige Aushöhlung des Gebäudes erleichterte die Abstimmung der neuen Grundrisse auf die ursprüngliche historische Grundstruktur. Dabei verwandelte sich das ehemalige Schulzimmer zum Kanzleiraum, die Wohnzimmer wurden zu Büros und aus dem alten Estrich entstand ein schmuckes Trauzimmer, welches heute als Sitzungszimmer des Gemeinderates dient. In der modern gestalteten Treppenanlage finden sich wieder die Elemente einer ursprünglichen runden Treppe.
Unter der neuen, freitragenden Deckenkonstruktion über dem Gesamtgrundriss stehen heute, anstelle des morschen Riegelwerkes, moderne, leichte Akustiktrennwände, welche jederzeit neuen Raumanforderungen angepasst werden können.
Die historischen Fundamente aus verkeilten Bruchsteinen über horizontalen Eichenbalken wurden erhalten. Durch Rekonstruktion und Bewahrung des historischen Charakters wird das Gebäude in seinem Massstab und seinen feinen Details zukünftigen Generationen erhalten bleiben.
Auch die neu gestaltete Umgebung bezweckt die sinnvolle Einfügung des Gebäudes ins erhaltungswürdige Dorfbild. Das Haus selbst steht in einer Umrandung von Kie-selpflästerung.
Bereits Mitte der 90er Jahre zeigte sich, dass die Räumlichkeiten den Anforderungen einer heutigen Verwaltung nicht mehr gerecht wurden. Im Jahr 2000 wurde das Gebäude durch einen von der Baselbieter Heimatschutzkommission prämierten Anbau des Biel-Benkemer Architekten Jürg Berrel ergänzt.
Die Erhaltung dieses wertvollen Gebäudes kann deutlich machen, dass eine Nut-zungsänderung in bestehenden, historischen Bauten durchaus sinnvoll und möglich ist und macht damit die Wandlung und Kontinutität der Zeitentwicklung auch am Beispiel eines alten Dorfschulhauses erlebbar.
Unsere erweiterte moderne Verwaltung umfasst heute eine eigenständige Bauabteilung mit drei Aussendienstmitarbeitern, eine Einwohnerkontrolle, eine Finanzabteilung und einen Sozialdienst. Diese Abteilungen unterstehen der Verwaltungsleitung. Die gesamte Gemeindeverwaltung mit einem aktuellen Personalbestand von 10.0 Vollstellen aufgeteilt auf 11 Personen untersteht dem Gemeinderat, welcher alle zwei Wochen jeweils am Montag Abend auf der Verwaltung tagt. Der Sozialdienst wird durch eine externe Firma wahrgenommen und untersteht der Sozialhilfebehörde. Die Gemeindeverwaltung bietet zur Zeit zwei Lehrstellen für die Ausbildung als Kauf-mann bzw. Kauffrau an.
Quellen:
Heimatkunde der Gemeinde Biel-Benken aus dem Jahr 1993 Protokolle des Gemeinderates und Baupläne